Kultblume

Frühling pur

mal ganz ehrlich ...

 

Mit allem, was werblich als "Kult" herausgestellt wird, hab ich so meine Schwierigkeiten. Aber an Englands Kultblumen, den Narzissen, kann selbst ich im Frühling nicht vorbei. Beeindruckend ist die fast unübersehbare Sortenvielfalt. Überall blühen sie jetzt und erfreuen unsere Seele mit der Farbe der Sonne. Es soll (leider) Gartenfreunde geben, die schneiden zu früh das Laub der Narzissen ab, bevor es naturbedingt unansehnlich gelb-braun wird und von selbst abstirbt Wer spontan zur Schere greift, durchtrennt unweigerlich den ökologischen Kreislauf. Die Zwiebel kann dann nicht mehr ausreichend Nährstoffreserven, die sie aus dem Leben der Blätter gewinnt, anlegen. Diese notwendigen "Energien" fehlen im kommenden Jahr zur Blütenbildung.

Narzissen, die jahrelang an einem Standort stehen, haben oft alle verfügbaren Nährstoffe verbraucht dies führt unweigerlich zur "Bodenmüdigkeit", und die erhofften Blütenpracht lässt nach. Es macht deshalb Sinn, die Horste der Osterglocken mindestens alle vier bis acht Jahre aus dem Boden herauszunehmen, aufzuteilen und wo anders wieder (12-15 cm tief) einzusetzen. Günstiger Zeitpunkt für den ökologischen Standortwechsel wäre der Sommeranfang. Dadurch wird der alte Bestand gekräftigt, zugleich ergibt sich eine unkomplizierte Vermehrungsmöglichkeit. Hierfür wählt man dann die größten Zwiebeln aus. Wer Ende Juni seine Osterglocken bis September trocken lagert, sorgt dafür, dass die 'Blume des Versprechens' sich voll entfaltet. Versprochen! Und wer hinter das Geheimnis der gelben Narzissen kommen will, muss nicht erst Edgar Wallace lesen oder sehen, der schaut nur auf seine Blütenpracht.

Hortensien

Hydrangea macrophylla
Foto: John Langley

mal ganz ehrlich ...

 

... ich freue mich immer wieder mit besonders herrlich blau blühenden Hortensien im Vorgarten meine Nachbarn neidisch zu machen. Haben doch seine einst kornblumenblauen Steinbrechgewächse nur wieder einen leicht rosafarbenen Schimmer. Da nutzt in diesem Fall auch das regelmäßige Gießen mit Alaun wenig, um die schöne Sehnsuchtsfarbe zu erhalten. Wer den Beipackzettel nicht liest, kann nicht wissen, dass Alaun nur in saurem Boden wirkt. Selbst ein phosphatarmer Dünger kann deshalb nicht die gewünschte Bläuung erreichen. Natürlich kenne ich das „richtige" Mittelchen aus dem Gartenfachhandel. Das blaue käufliche Wunder für Hortensien ist ein reines Aluminiumsulfat. Es ist inzwischen auch kein Geheimnis mehr, dass der Farbstoff Anthozyan mit verantwortlich ist, das sich die rosafarbenen Dolden- oder flacheren Schirmrispe der Hortensien im Zusammenspiel von Bodensäure und Aluminiumsulfat ins Blaue verfärben.

 

Doch erst wenn alle Faktoren im richtigen Verhältnis zueinander stehen, klappt es mit der Natur pur. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Pflanzen Standort. An schattigen Plätzen reduziert sich verständlicherweise auch der Wasserbedarf der trinkfreudigen Hortensie, und dadurch erhöht sich die Chance, eine blaue Blütenfarbe zu erhalten. Bekommen trotz saurem Wasser und niedrigen pH-Werten (Säuregrad im Boden) die Blüten keine himmlische Farbe, so könnte das auch auf zu geringe Tongehalte im Boden zurückzuführen sein. Wer rechtzeitig vier bis sechs Wochen vor der Blüte 2 x wöchentlich mit einer Aluminiumsulfat - Dosis von drei Gramm auf einen Liter Wasser seine Pflanzen „verzaubern" will muss wissen, dass Hortensien nur blau bleiben, wenn die Erde auch weiterhin sauer genug ist. Der Nachbar wird sich dann blau ärgern über so viel leuchtende Blütenpracht. Übrigens ... das blaue Wunder heißt „Wesilaun".

Schneeglöckchen

mal ganz ehrlich ...

 

... immer wenn die Weihnachtsglocken nach und nach verhallen und die ohrenbetäubende Sylvester-Knallerei ein Ende findet, beginnt bei mir die Sehnsucht nach dem erwachenden Frühling. Während andere Spaß an mannigfaltigen Vergnügungen auf dem Eis und im Schnee erleben, erwarte ich bereits auf die Zeiten, dass meine Schneeglöckchen und Krokusse endlich ihre grünen Triebe aus dem Boden herausschieben. Doch das dauert ja leider noch einige Wochen. Die Natur weiß  es genau, gehören doch die beiden ersten Monate des Jahres in unseren Breitengraden zu den kältesten.

 

Doch, wer wie ich nicht warten kann holt sich dennoch den Frühling ins Haus. Selbst wenn es draußen noch tiefste Minusgrade herrschen hat der Lenz schon in den Blumenfachgeschäften Einzug gehalten - mit Primeln, Anemonen, Tulpen, Hyazinthen und Narzissen, mit den vielen Kleinen: wie Tausendschön, Krokus, Perlhyazinthen, Stiefmütterchen oder meinen geliebten Schneeglöckchen ist der Frühling zum duften, schnuppern, fühlen und begreifen schon da.

 

Selbst vorgetriebene zarte Blütenzweige blühen und blühen. Ein Wunder der Natur? Nein, dieser bunte Lenz hat mich voll im Griff. Gärtner sind der Natur immer einen Schritt voraus, auch vor dem offiziellen Frühlingsanfang Im Garten und in freier Natur sorgt die jetzt herrschende Kälte dafür, dass Zwiebelblüher austreiben und blühen können. Durch gesteuerte Kühle und Wärme sind die Gärtner in der Lage, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Schneeglöckchen und Co. bereits im Winter anbieten zu können. Als natürlicher Muntermacher kreieren dann Floristen mit Sachverstand die frischen Farben und aromatische Düfte. Diese ersten Frühlingsblüher im Topf, die im Zimmer blühen, können trotz der verfrühten Blütezeit etwa ab März auf Balkonen, Terrassen und Gärten in Kübeln, Schalen, Kästen oder Beeten weiterwachsen. Im kommenden Jahr blühen die meisten Zwiebel- und Knollengewächse wieder - dann allerdings zu ihrer "normalen" Vegetationszeit im Freien.

Fit durch Schnitt

Fit durch Schnitt

mal ganz ehrlich ...

 

... manchmal benötigt man eine dritte Hand, wem wundert es, gerade im April sind im Garten viel Schneidearbeit angesagt. Und da braucht man unbedingt eine gute "dritte Hand". Handlich, leicht, sicher und ergonomisch gestylt sollte die Arbeitshilfe idealer Weise sein. Wer bei der Wahl seiner Scheren besonderes Augenmerk auf ermüdungsfreies "Trennen" legt, bei der Arbeit auf schmerzende Blasen und Hornhautschichten verzichten will, muss sich vor dem Schneiden für die "richtige" Schere entscheiden. Denn: Schere ist nicht gleich Schere. Es gibt die ergonomische Rollgriff-Schere, die den natürlichen Bewegungsablauf der Hand unterstützt und Ermüdungserscheinungen vorbeugt. Oder diejenige mit patentierter Getriebe-Technik, die für optimale Kraftübertragung ohne Nachgreifen sorgt. Achten sollte man auf die Öffnungsweite der Schere ebenso wie auf antihaft beschichtete Schrauben, gehärteten Präzisionsstahl sowie die aufgeschraubte Gegenklinge mit Saftrille. Im Detail liegt die Vollkommenheit einer Schere. Wobei Qualität natürlich auch ihren Preis hat. Unbegreiflich ist daher die spontane Entscheidung für einfache, robust wirkenden "Schnäppchen" mit auffallenden Griffen für ein paar Euro. Ob man damit wirklich gut abschneidet? Wer vor dem Kauf einer Gartenschere den gefürchteten "Holzdübel oder Astschneide-Test" ein paarmal selber macht, sollte, wenn es zu schwer geht, lieber die Finger von diesem Testobjekt lassen!

Frost und Frust

mal ganz ehrlich ...

 

... Frost, Schnee und Eis sind nicht gerade die Elemente, die mich in Begeisterung versetzen. Aber die heimische Natur freut sich über Kälte und die weiße Pracht. Schnee isoliert und schützt den wertvollen Gartenboden. Allein die Wärmeleitfähigkeit von Neuschnee macht nur etwa ein Zehntel der Leitfähigkeit des nassen Bodens aus. Und wenn ein Millimeter Niederschlag zu Boden fällt, entspricht das etwa 10 Zentimeter frisch gefallenem Schnee. Unter diesem natürlichen Weiß ist es zwar nicht heiß, dennoch würden sich auf dem Bodenthermometer auch bei Eiseskälte oberhalb nur wenige Grad unter Null zeigen. Da kann es gut sein, dass Temperaturunterschiede bis zu 15 Grad ober- und unterhalb einer Schneedecke gemessen werden.

 

Die Natur kommt erst in Stress, wenn der so genannte Kahlfrost (das ist Kälte ohne schützende Schneeschicht), große Temperaturschwankungen und starke Wintersonne zusammentreffen. Jetzt können die abgeschnittenen Zweige des ausgedienten Weihnachtsbaumes Rosen, Hortensien und andere empfindliche Gewächse schützen. Bereits ausgetriebene Blumenzwiebeln oder alle herbstlichen Neuanpflanzungen benötigen bei großen Temperaturschwankungen einen Laub- und Reisigschutz.

 

Zu viel Schnee kann aber auch zur Last werden. Das zeigt sich an den sich zu Boden neigenden Zweigen, Ästen, Sielen, Stängeln oder Halmen. Dann steht die Natur nach dem Biegen vor dem Brechen. Wenn möglich sollte hier kurzerhand ein- und zugegriffen werden. Ein kurzes Schütteln ... und die Vegetation kann sich wieder aufrichten. Wenn tagsüber der weiße Niederschlag antaut und nachts wieder zu Eis gefriert, schützt diese eisige Schicht Zweige und Nadeln vorteilhaft vor Frost und eisigem Wind.

Umtopfen

Umtopfen
Foto: Ulrike Schacht

mal ganz ehrlich ...

 

..... meine Lieblingsbeschäftigung im Februar ist das Umtopfen unserer Zimmerpflanzen. Wenn ich so ganz versonnen von einem Gewächs zum nächsten schreite, hier und da einen Topf anhebe und drunter schaue, schwant meiner Frau schon: Bald sind die jährlichen Erdarbeiten fällig. Komme ich dann mit Tüten voller blitzsauberer Tongefäße sowie verschiedener Substrat-Pakete vom Einkauf zurück, drückt sie mir mit dem so typischen weiblichen Augenverdrehen eine Rolle mit großen Müllsäcken in die Hand, stellt Besen, Handeule und Kehrblech sowie den Wischmopp parat. Dann hört man nur noch ein fröhliches Tschüss, und das Zuklappen der Haustür. Endlich allein! Ich lasse lauwarmes Wasser in die Badewanne und lege die neuen Terratöpfe hinein. So vorbereitet kann der Ton dem neuen Substrat nicht gleich die ganze Feuchtigkeit entziehen. Dann wird der Tapeziertisch in den gefliesten Wintergarten gestellt, ein aufgeschnittener Müllsäcke darauf ausgelegt und los geht's. Alle Pflanzen, deren Wurzelwerk fast aus dem Topf herausquillt, bekommen ein größeres Gefäß. Etwa eine Daumenbreite mehr Raum genügt. Vor dem Umtopfen werden die Wurzeln begutachtet und beschnuppert. Alles, was matschig ausschaut und müffelt, wird vorsichtig mit der Rosenschere beschnitten. Auf den Boden des neuen Topfes kommt eine Schicht Tonscherben, damit das neue Substrat das Abzugsloch nicht verstopft. Dann etwas Erde drauf und den Wurzelballen in den Topf stellen. Weiteres Substrat einfüllen, gut andrücken und angießen. Fertig. Bleibt nach getaner Arbeit noch das Aufräumen ... lästig, aber notwendig, damit es kein Ehegewitter gibt. Übrigens: Wenn meine Frau nach Hause kommt, bringt sie mir immer etwas Schönes mit. Genau darum ist das Umtopfen meine Lieblingstätigkeit im Februar.

 

Frühlingsgefühle

Wunderwerk der Natur
Foto: Verena Künstner

mal ganz ehrlich ...

 

...mein Garten ist ein kleines Frühlingsparadies und ich betreibe darin Zwiebel-Recycling. Das liegt vor allem an den vielen, vielen Zwiebelblühern. Nach Schneeglöckchen, Krokussen, Anemonen, Blausternchen, Hyazinthen und Narzissen sind es jetzt vor allem Puschkinien und Tulpen, die Farbe in den Garten und meine Nachbarn in jedem Jahr erneut zum Staunen bringen. Diese Pracht gibt's natürlich nicht zum Nulltarif. Nein, nein - ich kaufe keinesfalls in jedem Herbst Hunderte von Blumenzwiebeln. Ich investiere Arbeitszeit und betreibe Recycling.

 

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Einige Zwiebeln, etwa Krokusse, Schneeglöckchen oder Narzissen, können nach der Blütezeit im Boden bleiben. Sie blühen jedes Jahr wieder und vermehren sich sogar. Ein bisschen Arbeit gehört aber auch hierzu: Nachdem die Blüte verwelkt ist, müssen die Blütenstängel abgeschnitten werden, das Laub bleibt stehen. So kann das Blatt auf natürliche Weise absterben und die Zwiebel erhält ausreichend Ersatzstoffe, um unterirdisch eine neue Zwiebel zu entwickeln, die im nächsten Frühjahr wieder erblüht.

 

Zweite Möglichkeit: Man holt die Zwiebeln aus dem Boden und bewahrt sie bis zum Herbstpflanztermin trocken und luftig auf. Auch hier wartet man nach dem Heraustrennen des Abgeblühten, bis das Laub eingetrocknet ist. Die Pflanzen brauchen die Zeit, die Nährstoffe, die sie für das nächste Jahr benötigen, von den Blättern in die Zwiebeln zu verlagern. Das ist perfektes Zwiebel-Recycling. Versteht sich, dass ich als Pflanzenfreak trotzdem im Frühherbst in den Gärtnereien nach neuen Sorten und Besonderheiten für meinen Frühlingsgarten stöbere.

Sicherheit im Garten

Sicherheit im Garten
Foto: Verena Künstner

mal ganz ehrlich ...

wenn es um Sicherheit bei der Gartenarbeit geht, bin ich ein Pedant. Unglück schläft nicht ... heißt es so schön. Stimmt! Wie schnell ist es im Trubel der Frühjahrsaktivitäten im Garten geschehen, dass jemand auf eine im Weg liegende Harke tritt. Bei Glück gibt's dann nur eine Beule. Viele Gefahrenquellen können aber zu weit schwereren Verletzungen führen. Klar, es gibt genügend Sicherheitsvorschriften für Gartengeräte, aber man muss sie auch befolgen. Unfallquelle Nummer eins ist der Rasenmäher. Das Schlamassel ist groß, wenn herausgeschleuderte Gegenstände wie Steine oder Scherben zu verletzenden Geschossen werden. Spannend wird es auch, wenn durch gemähte elektrische Kabel unsachgemäß miteinander verdrillt und zur "Sicherheit" mit Isolierband umwickeln wurden.

So manche Tragödie im Garten kann man vermeiden, wenn man sich an einige Tipps hält: Alle Geräte sollten nur zu dem Zweck benutzt werden, für den sie vorgesehen sind. Wer mit der Sense kurzerhand Baumäste abschlagen will, hat bereits verloren. Wer mit seinem Rasenmäher auf die Schnelle versucht, Holzabfälle zu häckseln, läuft unweigerlich Gefahr, sich und nicht zuletzt seinen Rasenmäher zu ruinieren. Arbeitsgeräte nach dem Gebrauch immer beiseite stellen. So lässt sich vermeiden, dass jemand auf die berühmte Harke tritt. Zur Sicherheit im Garten gehört natürlich auch entsprechende Arbeitskleidung. Wer Rasen mäht oder mit Heckenschere oder Kettensäge arbeitet, braucht nicht nur sicheres Schuhwerk und Arbeitshandschuhe, sondern auch eine Schutzbrille, um auch noch zukünftig die Natur im Garten sehen und begreifen zu können.

Energie-Kräuter

Energie pur - Wellness Kräuter

Mal ganz ehrlich......

 

Wer hat nicht Lust auf Kräuter? Stiere, so sagt man sind Genussmenschen - heißt es. Das stimmt tatsächlich. Ich esse für mein Leben gern. Und zum guten Essen gehören natürlich auch Kräuter. Das ist ein Grund, warum in meinem Garten viele dieser variantenreichen Geschmacksverstärker wachsen. Aber diese Gewächse sind auch ein optischer Genuss. Kräuter haben längst ihr graugrünes Klosterfrau-Image verloren. Mit farbigen Blättern, zarten Blüten und aromatischen Düften gehören sie zu den attraktiven Zierpflanzen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten.

 

Die Küchenkräuter-Kultur mit Schnittlauch, Petersilie, Lorbeer, Salbei, Bergbohnenkraut, Rosmarin oder Oregano ist eigentlich ganz einfach. Als Pflanzsubstrat sollte man eine gute Einheits- oder Kräutererde nehmen. Die Pflanzen danken dies mit mehr Wachstum. Die Erde sollte nie ganz trocken werden, aber auch nicht zu nass sein. Beides verursacht besonders den Kräuterwurzeln Megastress. Welche Gefäße oder welche Kräuter auch immer Verwendung finden werden, wichtig und somit unerlässlich sind Abzugslöcher für überschüssiges Regen- oder Gießwasser. Mein Tipp: Die neueren Balkon-Wasserspeicherkästen haben sich bestens bewährt. Sie haben bereits einen eingebauten Überlauf, damit es nicht zur Wurzelschädigenden Staunässe kommt.

Freiluft Botanik

Leichter Kübel ist nicht übel
Foto: Ulrike Schacht

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Eigentlich bin ich, was Freiluftarbeiten angeht, ein ziemlich bequemer Mensch. Darum gibt es in meinem Garten (fast) nur winterharte Kübelgehölze, die selbst einige Frostgrade gut überstehen. Das Gute daran: Ich muss jetzt nicht schleppen, schneiden, stutzen und schützen. Wer sich hingegen im Frühling, Sommer und Frühherbst an den frostempfindlichen "Südländerinnen" erfreut hat, sollte seine "Sensibelchen" bald einräumen. Entscheidend sind im Kübelpflanzen-Winterquartier vor allen die Lichtverhältnisse. Es sollte generell hell sein, wobei die Temperatur (ca.+2 bis +12 Grad) von der Lichtmenge abhängt und umgekehrt. Dabei gilt die gärtnerische Faustregel: Je wärmer der Standort, desto heller sollte er sein. Umgekehrt sollen die Kübelpflanzen in dunkleren Räumen unbedingt kühler stehen. Und noch eine Überlebensregel: Je kürzer der notwendige Aufenthalt im Haus, desto länger währt die Freude an der Pflanze draußen.

Vor dem Einzug ins Winterquartier unbedingt darauf achten, dass die Pflanzen nicht feucht eingeräumt werden, da sich in diesem Zustand bevorzugt Pilze und Fäulnis breit machen. Abgebrochene, trockene, kranke Zweige und die sommerliche Unterbepflanzung immer sorgfältig entfernen. Jetzt wird zur Schere gegriffen. Mit einem Rückschnitt werden Margeriten, Engelstrompeten, Wandelröschen, Gewürzrinden und Heliotrop leichter durch den Winter gebracht. Margeriten sollten im Laufe der Überwinterung bis zu dreimal gestutzt werden, um besser in Form zu kommen. Dabei werden die Triebe um ein Drittel ihrer Gesamtlänge reduziert. Vor allem bei den Margeriten ist diese einschneidende Maßnahme der beste Garant für eine blühwillige Pflanze. Einen mittelstarken Rückschnitt vertragen Fuchsien, Pelargonien und Verbenen. Immer wieder werden wir gefragt: "Sollen die verblühten Blütenstände beim Oleander vor dem Einräumen entfernen werden?" Kurze Antwort: Nein, nein, nein!. Aus diesen Blütenständen entwickelt sich nämlich im nächsten Frühjahr der erste Flor - ansonsten müsste man auf die erste Blüte länger warten!